► zum Video-Mitschnitt
► zur Bildergalerie
► zur Bautafel

Richtfest der neuen Festspiel-Tribüne

Am 05. Mai 2022 wurde mit einem feierlichen Richtfest ein wichtiger Meilenstein beim Bau der neuen Spielstätte zelebriert

Nachdem Ende Juni 2021 mit dem ersten symbolischen Spatenstich der Startschuss für die Errichtung der neuen Spielstätte der Scherenburgfestspiele gefallen ist, erreichte die Baumaßnahme nun nach nur neun Monaten einen Zwischenschritt auf dem Weg zur Fertigstellung: Über den Herbst und Winter wurde hinter der Ruine Scherenburg der Erdbau erledigt, um nach der Frostpause im Februar mit den Fundamenten zu beginnen. Von März bis Mitte April folgte die Anlieferung und Positionierung der Betonfertigteile für die neue Tribüne, damit Ende April die anthrazitgraue Stahlkonstruktion für das Dach montiert werden konnte.

Ein idealer Zeitpunkt also, um das Richtfest als wichtigen Meilenstein der Baumaßnahme gebührend zu feiern. Eingeladen wurden im Vorfeld Vertretende aus Politik und Verwaltung, der Presse, der beteiligten Projekt- und Bauunternehmen sowie die Mitwirkenden der Festspiele. Über 70 Gäste versammelten sich am Donnerstag, den 05. Mai 2022 pünktlich um 18:00 Uhr vor der neu errichteten Tribüne für die Festspiel-Besucher*innen hinter der Ruine Scherenburg in Gemünden am Main, um diesem feierlichen Anlass beizuwohnen.

Christoph Michl, der gemeinsam mit Bianca Ditterich die Geschäftsführung und Gesamtleitung der Scherenburgfestspiele bildet, begrüßte die Anwesenden und blickte auf die vergangenen, intensiven und arbeitsreichen Monate des stetigen Baufortschritts zurück: „Wir haben in turbulenten Zeiten gebaut – und wir haben es geschafft,“ betonte Michl in seiner Rede nicht ohne Stolz. Schließlich forderten die anhaltende Corona-Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine von allen Beteiligten eine gehörige Portion an Flexibilität und einen stets kühlen Kopf.

Kein Bau von der Stange

Die bereits besonderen Anforderungen an eine moderne Spielstätte für einen reibungslosen Theaterbetrieb sowie die speziellen Gegebenheiten vor Ort – bauen in exponierter Lage sowie in direkter Nachbarschaft zu einer denkmalgeschützten Burg und in schützenswerter Naturlandschaft sowie in unbekanntem, herausforderndem Gelände – machen diese Baumaßnahme zu einem echten Spezialbau. „Da gibt's nichts von der Stange und ausgeklügelte Lösungen müssen her“, führte Christoph Michl die große Aufgabe plastisch aus, vor welcher Architekt, Planungsbüro und beteiligte Bauunternehmen in den vergangenen Wochen und Monaten standen und weiterhin stehen.

Michl dankte daher vor allem den beteiligten Partner*innen, die zu diesem besonderen Bauprojekt beigetragen haben. Dazu gehören Architekturbüro Kraus (Architekt • Gemünden), , Ing. Büro Breitenbach (Erschließungsplanung • Partenstein), Bensing & Partner GmbH (Ingenieurdienstleistungen • Bad Soden-Salmünster) Stolz Hoch- und Ingenieurbau GmbH (Erdbau, Fertigteile, Außenanlage • Hammelburg) SSB Stark Stahlbau GmbH (Stahlkonstruktion • Coburg), Evers & Fritz Metallbau GmbH (Trapezblechdach • Zella-Mehlis), Stechert GmbH (Sitzschalen • Trautskirchen), K&S-Plan GmbH (Elektroplanung • Rieneck), Maier|Götzendörfer Planungsgesellschaft mbH (landschaftspflegerischer Begleitplan • Bischbrunn) und weitere mehr.

Kulturelles Alleinstellungsmerkmal für Gemünden

In diesen Dank stimmte auch Hans Michelbach als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH in seinem Grußwort ein und machte deutlich: „Die neue Spielstätte ist kein Luxusprojekt und auch kein Denkmal, sondern ist eine Notwendigkeit zur soliden Weiterentwicklung der vor über 30 Jahren, seinerzeit durch den Stadtrat wiederbelebten Freilichtfestspiele“, so Michelbach. „Es geht mit diesem Bauprojekt um zweierlei, die Festspiele mit einer modernen Spielstätte fit für die Zukunft zu machen und gleichzeitig ein kulturelles und touristisches Alleinstellungsmerkmal auf der Höhe der Zeit für Gemünden zu bieten.“

Sehr stolz auf das was hier entsteht“ zeigte sich auch Jürgen Lippert, Bürgermeister der Stadt Gemünden am Main. Und wenn es zu Beginn auch Mahner gegeben habe, so sehe man nun, dass die Sache funktioniere. Er freue sich auf jeden Fall schon sehr, auf die diesjährige Spielzeit (08.07. bis 21.08.2022). Lippert zeigte sich überzeugt, dass die neue Spielstätte kommunal, regional und auch überregional bestens angenommen werde.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro, wovon ein Großteil über Fördergelder gedeckt ist. Beteiligt sind der Bund (Bundeskulturförderung), der Freistaat Bayern (Kulturfonds Bayern), die Europäische Union (LEADER), der Bezirk Unterfranken (Unterfränkische Kulturstiftung), der Landkreis Main-Spessart sowie die Stadt Gemünden am Main.

„Zwar liegen wir trotz all der aktuellen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Turbulenzen soweit im Zeit- und Kostenplan, um im Juli den Theaterbetrieb mit der neuen Spielstätte aufzunehmen“, betont Festspiel-Geschäftsführer Christoph Michl. Einen „kleinen Wermutstropfen“ gibt es jedoch: „Das vorgesehene Nebengebäude mit Funktionsräumen für die Theatergewerke, den Kostümfundus, das Lager samt Kasse und Sanitäranlagen, werden wir erst zu einem späteren Zeitpunkt angehen können.“ Bis das künftige Festspielhaus neben der Tribüne entsteht, greifen die Festspiele daher für die diesjährige Saison für Kassenhäuschen, Lager und Toiletten auf ein Provisorium mit Containern zurück.

Traditioneller Richtspruch

Mario Kuchenbrod, Leiter des Fertigteilwerks der Firma Stolz Hoch- und Ingenieurbau GmbH, sprach unter dem aufgestellten Richtbäumchen den traditionellen Richtspruch. Anschließend schleuderte Kuchenbrod das zuvor von ihm geleerte Schnapsglas mit einem beherzten Wurf auf die frisch errichteten Tribünenstufen. Das Glas zersprang wie gewollt in viele kleine Teile. Die Scherben sollen Glück bringen – genau wie der Lärm, soll der Krach doch böse Geister vertreiben.

Zum Abschluss zog die Festgesellschaft in den vorbereiteten Burginnenhof mit dem herrlichen Ausblick auf Gemünden und den Main um. Dort ließ sich der rundum gelungene Richtfest-Abend bei einer zünftigen Brotzeit gestärkt ausklingen, bevor sich nun in den kommenden zwei Monaten alle nochmals ordentlich ins Zeug legen werden. Schließlich ist mit dem Richtfest zwar eine elementare Etappe auf dem Weg zur Errichtung der neuen Spielstätte erreicht, bis zur offiziellen, feierlichen Einweihung am Sonntag, 3. Juli 2022 ist aber noch einiges zu tun.

Endspurt bis zur Eröffnung im Juli

So beginnen direkt im Anschluss an das Richtfest die Arbeiten an der Außenanlage, die mit einer Betonfläche vor der Zuschauenden-Tribüne die Szenenfläche für die künftige Schauspiel-Bühne bietet. Anfang Juni folgt dann die Eindeckung des Trapezblechdaches sowie der „Innenausbau“ mit der Montage der ergonomischen Sitzschalen und der Elektroinstallation. Rund um das Bauareal werden etwaige Flächen renaturiert. An der Tribüne wird für eine zusätzliche Begrünung mittels Pflanzen-Berankungen gesorgt werden.

Und auch die Vorbereitungen für die Theaterspielzeit nehmen ordentlich an Fahrt auf: vom Bühnenaufbau über das Bühnenbild samt Veranstaltungstechnik sowie etwaiger Infrastruktur wie Sanitäranlagen und Kassenhäuschen bis hin zu Gastronomie-Stationen für die Verpflegung der Gäste will noch vieles aufgebaut und eingerichtet werden. Der Startschuss für die intensiven Theaterproben fällt zudem bereits Ende Mai auf der Probebühne im Burginnenhof, bevor die Schauspielenden dann Mitte Juni auf die neue Spielstätte umziehen.

Video-Mitschnitt

Vielen Dank an den Gemündener Heimatpodcast fuxx & hase für den Mitschnitt des Richtfests und das tolle Video.

Bildergalerie

Bautafel