Claudia Koreck
NEO ALPIN
Traditionelle Küche, neu serviert.
Hinter einem Stadl trifft ein Bub heimlich seinen ersten Freund. Sein Vater weiß davon – und hat Angst vor dem, was die Leute reden werden. Anderswo steht eine Frau seit halb zehn in der Küche und soll zu allem auch noch "zwoaraloa Salod" machen. Eine andere hat genug davon, in bayerischen Liedern immer nur die Begehrte oder die Gescholtene zu sein: Sie setzt sich selbst auf den Thron.
Das ist NEO ALPIN. Claudia Koreck erzählt vom Leben im Chiemgau, ihrer Heimat, und schaut dorthin, wo die Postkarten aufhören. Es geht um queere Liebe und Dorfgerede, um Mental Load, Alkohol und Gewalt, aber auch um Zugehörigkeit, schwarzen Humor und die Sehnsucht, endlich aufzubrechen.
Die Idee dazu begann mit einem Vorschlag aus der Plattenbranche: Koreck könne doch alte Volkslieder neu aufnehmen. Sie beschäftigte sich damit – und merkte, dass ihr das zu langweilig war. Warum die alten Geschichten noch einmal erzählen, wenn vor ihrer Haustür so viele neue liegen? Statt Volkslieder nachzusingen, schrieb sie eigene. Manchmal nimmt sie eine vertraute Zeile als Ausgangspunkt und geht von dort aus dorthin, wo das Lied früher vielleicht lieber geschwiegen hätte.
Koreck hat als Kind mit ihrer Oma Volkslieder gespielt und Songs von Hubert von Goisern mitgejodelt. Auf der Bühne hielt sie diesen Teil von sich lange zurück: Wer als Frau aus Bayern jodelt, landet schnell in einer Schublade. Sie schrieb ihre Songs im Dialekt und fand musikalisch zu Pop, Folk und amerikanischem Songwriting. Jetzt lässt sie auch die einfachen Melodien und alpinen Klänge ihrer Kindheit wieder zu – auf ihre Weise und für die Themen, die sie beschäftigen. Da darf die Tuba neben der E-Gitarre stehen, ein Jodler auf eine unbequeme Geschichte folgen und ein Lied über den Aufbruch davon erzählen, dass die Berge einen trotzdem begleiten. Produzent und Multiinstrumentalist Gunnar Graewert gibt den Songs gemeinsam mit Koreck und ihren Mitmusikern ihren Klang.
NEO ALPIN fragt, wem die Heimat gehört und wer darin Platz hat. Claudia Korecks Antwort steckt in ihren Liedern: im Bub hinterm Stadl, in der Frau mit den zwei Salaten und in der Queen, die sich ihren Thron selber nimmt.
Weitere Infos unter: www.claudiakoreck.com
| Termin | Di. 20.07.2027, 20 Uhr |
| Vorverkauf | 32,00 EUR |
| Abendkasse | 34,00 EUR |